Experte Registriert am: 2005-04-23 Punkte: 18244 Wohnort: Deutschland | Verfasst am: 28 Nov 2006 08:55 Titel: BND warnt vor russischem Einstieg bei der Telekom | |
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Der Bundesnachrichtendienst (BND) befürchtet einem Zeitungsbericht zufolge massive Sicherheitsprobleme, sollte der russische Konzern Sistema in großem Stil bei der Deutschen Telekom einsteigen. Der BND habe «erhebliche Bedenken» gegen den Verkauf eines größeren Aktienpakets der Telekom an das Unternehmen des Milliardärs Wladimir Jewtuschenkow geäußert, berichtete der «Tagesspiegel» unter Berufung auf Wirtschaftskreise. Der Oligarch wolle nach unbestätigten Informationen bis zu einem Viertel der Anteile erwerben.
Der BND selbst lehnte dem Bericht zufolge jede Stellungnahme dazu ab. Doch Sicherheitskreise hätten die Sorge bestätigt und auf die rege Spionage russischer Geheimdienste in Deutschland verwiesen, hieß es in dem am Sonntag vorab veröffentlichten Bericht. «Wir sehen die Gefahr, dass Unbefugte in die Telekommunikation zwischen Behörden, zwischen Wirtschaftsunternehmen und zwischen Privatpersonen eindringen», zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten Sicherheitsexperten.
Vor gut einer Woche hatte der Mischkonzern Sistema erstmals öffentlich sein Interesse an einem Einstieg bei der Telekom bestätigt. Jewtuschenkow hatte betont, Sistema würde nie ohne Zustimmung der Bundesregierung bei der Deutschen Telekom einstiegen. Gerüchte, er strebe eine Sperrminorität bei dem Bonner Konzern an, hatte der Unternehmer scharf zurückgewiesen. Zugleich betonte er, keinerlei politische Ziele zu verfolgen. Der russische Mischkonzern ist für die Telekom kein Unbekannter. Im vergangenen Jahr hatte sich Sistema die Führungsposition am russischen Mobilfunkbetreiber OJSC Mobile TeleSystems (MTS) gesichert. Damit war Sistema den Bonnern in die Quere gekommen, die selbst auf die Führung bei MTS gehofft hatten und sich darauf hin aus dem russischen Mobilfunkmarkt zurückzogen.
Für die Bundesregierung ist ein Einstieg des russischen Konzerns Sistema bei der Deutschen Telekom kein Thema. Deshalb seien auch angebliche Sicherheitsbedenken des Bundesnachrichtendienstes (BND) in diesem Zusammenhang "ohne Bedeutung", bekräftigte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums (BMF), Torsten Albig, am Montag in Berlin. Generell sagte er: "Ich erkenne keine Rolle des BND bei den Überlegungen des BMF." | |