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-=DaKiffa=-



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Verfasst am: 17 Sep 2006 23:44   Titel: Lexikon der Kinderkrankheiten von A-Z


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Phimose
Viele kleine Jungen müssen wegen einer verengten Vorhaut (Phimose) operiert werden. Bei ihnen ist die Vorhaut oberhalb der Eichel verengt, dass sie sich nicht zurückschieben lässt. Häufig ist sie gleichzeitig mit der Eichel verklebt. Wenn andere Behandlungen wie zum Beispiel das Einsalben mit Kortison ohne Erfolg bleiben, ist eine Operation notwendig. Je nachdem wie stark die Vorhaut verengt ist, muss bei manchen Kindern die ganze Vorhaut entfernt werden. Bei anderen wird sie nur teilweise beschnitten. Die meisten Jungen können dabei ambulant operiert werden. Sie bekommen entweder eine Vollnarkose oder eine lokale Betäubung plus ein Beruhigungsmittel. Der Eingriff dauert im Durchschnitt etwa 30 Minuten. Ein paar Stunden später dürfen die kleinen Patienten nach Hause. Der beste Zeitpunkt für die Operation liegt zwischen dem vierten und sechsten Geburtstag; vorher bestehen gute Chancen, dass sich die Phimose von allein zurückbildet.



Pilzinfektionen
Pilzinfektionen haben nach Berichten der Kinderärzte in den letzten Jahren bei Kindern stark zugenommen.

Symptome:
Bei Babys und kleinen Kindern äußert sich ein Pilzbefall besonders häufig als Soor oder Windeldermatitis (siehe Hefepilze). Bei Pilzinfektionen der Haut sind häufige Anzeichen Juckreiz, Rötung, Schuppen- und Bläschenbildung im Gesicht, an Armen und Beinen, Brust und Rücken. Auch ein chronisches Nasen-Nebenhöhlen-Leiden kann auf eine Pilzinfektion zurückgehen. Ebenfalls pilzverdächtig: länger andauernder Ausfluss bei Mädchen und Frauen, hartnäckige Magen- und Darmstörungen, seltsame Fieberschübe, anhaltende Mattigkeit und langwierige Fälle von Bronchitis und Husten.

Behandlung:
Mit Antimykotika in Form von Salben, Cremes oder Vaginaltabletten. Wichtig zu wissen: Pilze brauchen zu ihrer Ernährung Zucker. Man kann sie also aushungern, wenn man auf Süßigkeiten, Obst und Obstsäfte verzichtet und die Normalisierung der Darmflora durch faserreiche Ernährung fördert.

Vorbeugung:
Pilze benötigen Wasser. Zu ihrer Bekämpfung ist es deshalb besonders wichtig, die Haut trocken zu halten. Nach dem Waschen also gut abtrocknen, Wäsche, Handtücher und Waschlappen am besten täglich wechseln.



Poliomyelitis
Die deutsche Krankheitsbezeichnung "Kinderlähmung" für Polyomyelitis suggeriert, dass nur Kinder und Jugendliche erkranken können. Allerdings können auch Erwachsene daran erkranken. In Deutschland sind 87 Prozent aller Jugendlichen ausreichend geimpft, aber nur 67 Prozent der über 40-Jährigen.

Polio-Viren befinden sich in verschmutztem Wasser, in verunreinigter Nahrung und im Speichel von infizierten Menschen. Man steckt sich meist durch den Kontakt mit verseuchten Fäkalien, Trinkwasser oder Lebensmitteln oder über die Tröpfcheninfektion (z.B. beim Husten oder Niesen) an.

Symptome:
Fieber, Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen sind die ersten Krankheitszeichen. Sie treten ca. sieben bis 14 Tage nach der Infektion auf. Weil sich die Polio-Viren im Darm vermehren, gesellen sich eventuell auch Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen dazu. Bei 90 Prozent der Fälle verläuft eine Polio-Infektion allerdings ohne irgendwelche Krankheitszeichen. Bei einer von 100 bis 1000 infizierten Personen kommt es jedoch zu einer schlaffen Lähmung.

Behandlung:
Es können nur die Krankheitszeichen behandelt werden, z.B. durch strikte Bettruhe oder maschinelle Beatmung bei Atemlähmung.

Impfschutz:
Nur eine konsequente Impfung schützt vor Kinderlähmung. Die ersten Impfungen erfolgen im dritten, vierten, fünften Lebensmonat sowie zwischen dem 12. und 15. Lebensmonat. Sie sorgen für eine Grundimmunisierung. Gleichzeitig ist zu diesen Zeitpunkten auch eine Kombinationsimpfung gegen andere Infektionskrankheiten möglich, wie z.B. Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten, Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B. Zwischen dem 11. und 18. Lebensjahr braucht Ihr Kind weitere Auffrischimpfungen, damit der Schutz bestehen bleibt.



Polypen
Vergrößerte Rachenmandeln werden medizinisch Adenoide, volkstümlich Polypen genannt.

Symptome:
Die Wucherungen können die Gehörgänge verlegen und die Durchlüftung der Ohren behindern. Mögliche Folgen: Häufig wiederkehrende Infektionen, Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündungen, Schalleitungs-Schwerhörigkeit. Viele Hörstörungen bei Kindern entstehen, weil durch Polypen das Ohr nur mangelhaft belüftet wird. Die Wucherungen erschweren vor allem nachts die Atmung durch die Nase, das Kind schnarcht, schläft schlecht und leidet tagsüber unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Behandlung:
Operation, Adenotomie genannt. Dieser Eingriff sollte wesentlich häufiger durchgeführt werden als die Entfernung der Gaumenmandeln.



Pseudokrupp
Ein quälender Husten, der fast immer nur nachts auftritt, am häufigsten im Winter, vor allem bei Kindern zwischen zwei und vier Jahren.

Symptome:
Das Kind war vorher nicht krank, hat aber fast immer einen leichten Schnupfen gehabt. Es wacht mit bellendem Husten auf, atmet keuchend, bei jedem Einatmen ist ein ziehendes Geräusch zu hören. Es hat Schmerzen, leidet unter Atemnot und ist unruhig. Der typische virusbedingte Krupp-Husten verläuft zwar fast immer gutartig, das Kind kann sich aber auch in eine lebensbedrohliche Atemnot hineinsteigern. Außerdem gibt es eine seltene Form, die Epiglottitis, die bösartig ist und in jedem Fall in einer Klinik behandelt werden muss.

Behandlung:
Das Kind auf den Arm nehmen und beruhigen. Den Arzt rufen. Für feuchte Luft sorgen, zum Beispiel durch Aufhängen nasser Tücher, Dampfbildung im Badezimmer oder Öffnen der Kühlschranktür, damit das Kind die kalte Luft einatmen kann. Kühles zum Trinken geben, am besten kalten Himbeersaft oder Tee. Wird die Atemnot größer, die Sprache kloßig und treten Schluckbeschwerden auf, muss das Kind auf dem kürzesten Weg in die Klinik!

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